Mission Statement

Automotive Software Interfaces and Middleware Initiative (ASIMI)

– Mission Statement, English below –

Die Automobilindustrie entwickelt gerade in rasendem Tempo neue elektrische und elektronische Architekturen (E/E) mit zentralisierten Hochleistungsrechnern und einem Service-orientierten Ansatz, um für die Anforderungen der Megatrends (Autonomes Fahren, Elektromobilität, Vollvernetzung und Shared mobility) richtig aufgestellt zu sein.

Die heutige klassische dezentralisierte E/E-Architektur, die auf einer großen Anzahl von elektronischen Steuergeräten (ECUs) basiert, ist nicht mehr zukunftsträchtig. Gleichzeitig explodieren die Entwicklungskosten, weil die Aufwände für die Absicherung und die Komplexität der Integrationsaufgaben massiv wachsen und die Software nicht wiederverwendet werden kann. Dadurch lassen Anlaufqualität und Time-to-Market zu wünschen übrig.

Es zeichnet sich ab, dass in den nächsten 3 bis 4 Jahren in der Automobilindustrie bei den OEMs, den Tier-1 und den anderen Lieferanten unabhängig voneinander neue Lösungen entstehen, die untereinander nicht zusammenpassen. Über technische Lösungsmöglichkeiten besteht dabei weitgehend Einigkeit: so wird die E/E-Architektur zukünftig durch zentralisierte Hochleistungsrechner, Domänenorientierung und eine nahtlose Anbindung an die Infrastruktur geprägt. Softwareseitig erlauben (Micro-)Service-orientierte Architekturen erhebliche Komplexitätsreduktion und damit neue Geschäftsmodelle. Funktionen können damit zunehmend in Software umgesetzt werden („Software-Defined Vehicle“).

Voraussetzung dafür ist die Schaffung einer leistungsfähigen Middleware-Plattform, die systemweit wichtige und gemeinsame Basisfunktionen implementiert. Diese Middleware-Plattform wird ausschließlich über ihre Schnittstellen und deren Semantik spezifiziert, womit diesen zukünftig die zentrale Rolle in der Softwareentwicklung zukommen wird. Die Schnittstellenbeschreibungen bilden also die Basis für die Middleware-Konzepte offener Architekturen. Diese unterstützen sicherheitsrelevante Funktionen, die Betriebsmittelverwaltung, das Produktlebenszyklusmanagement und sind anschlussfähig an Software Dritter. Sie ermöglichen weiterhin erfolgreiche Ökosysteme, die bei minimierten Kosten mit hoher Geschwindigkeit die Vermarktung neuer Funktionen ermöglichen.

Der Automobilindustrie gelang es vor ca. 15 Jahren schon einmal, eine Initiative („AUTOSAR“) zu gründen, die über eine gemeinsame Basis-Software einen Weg zur SW-Wiederverwendbarkeit ermöglichte. Heutzutage gilt es viel komplexere Aufgaben in viel kürzerer Zeit zu meistern. In der Telekommunikationsindustrie und bei den Digitalkonzernen haben sich hierfür mächtige und effektive Lösungen etabliert.

Die erfolgreiche Umsetzung neuer Geschäftsmodelle als Basis für die Steigerung der Unternehmenswerte wird durch die Erzeugung von differenzierenden Funktionen erreicht. Es verbleiben dabei etliche Elemente der gesamten Wertschöpfungskette, über das verbindende Band einer einheitlichen Middleware-Plattform, die in einer möglichen Zusammenarbeit in der Industrie gemeinsam geschaffen werden können – die richtige Geschwindigkeit und lückenlose Compliance vorausgesetzt.

Für den Ansatz können Erfahrungen aus laufenden Entwicklungen, wie etwa aus dem Umfeld von AUTOSAR oder dem etablierter Betriebssysteme eingebracht werden. Darüber hinaus wird durch den Einsatz neuester Erkenntnisse der Informatik und den damit verbundenen Fähigkeiten, Werkzeugen und Prozessen die Entwicklung eines modernen und integrierten Plattformansatzes beschleunigt.

Wir halten eine Diskussion zwischen OEMs, Lieferanten, Software-Firmen und Universitäten für sehr wünschenswert, die klärt in welcher Form eine „Automotive Software Interfaces and Middleware Initiative“ gestaltet werden und damit der Schlüssel für effektive Architekturen schon in naher Zukunft sein kann.

Das Interesse der Unternehmen ist auf jeden Fall überwältigend und macht uns zuversichtlich, dass diese Initiative dazu beitragen wird, das notwendige Innovationstempo, offenen Wettbewerb und damit den wirtschaftlichen Erfolg der Automobilindustrie auch nach 2023 zu gewährleisten.

Für weitere Informationen und Anfragen zur Teilnahme, kontaktieren Sie bitte contact@asimi.eu.


Automotive Software Interfaces and Middleware Initiative (ASIMI)

– Mission Statement, English –

The automotive industry is rapidly developing new electrical and electronic (E/E) architectures based on centralized high-performance computers and a new service-oriented approach. This activity is to support the megatrends towards electric, self-driving, shared and connected vehicles.

Today’s classical decentralized E/E-architectures, which rely on a large number of electronic control units (ECUs), are not optimized to support future needs. At the same time, development efforts and costs are exploding because of the need to design, implement and validate vehicle safety concepts, increasing integration complexity and limited software reuse capability. This results in exceedingly long time-to-market and reduced quality.

It is becoming clear that over the next 3 to 4 years the OEMs, the Tier-1 and other suppliers will independently develop new – but mutually incompatible – solutions. There is broad agreement on the main technical approaches: the E/E vehicle architecture is characterized by central high-performance computers, by domain-orientation and by a seamless connection to the infrastructure. For the software, (micro-)service-oriented architectures enable a significant reduction of complexity and hence support new functionality and business models. Functions can increasingly be realized in software (“Software-Defined Vehicle”).

To take maximum advantage of this approach, a performant middleware platform is required, which implements system-wide, essential, and common base functions in a service-oriented manner. This middleware platform is solely specified through its interfaces and associated semantics, which gives them central importance in future software development.  The interface descriptions form the base for the middleware platform concepts and open architectures. These support, for example, safety and security relevant functions, lifecycle and resource management, as well as third party software compatibility. In addition, they support successful eco systems, which enable the commercialization of new functions with low costs and fast time-to-market.

15 years ago, the automotive industry already succeeded in founding an initiative (“AUTOSAR”) that supported software reuse by providing shared base software. Nowadays, the challenges are more complex and need to be solved in a much shorter time. In the telecommunication and digital industries powerful and effective solutions have already been established to address these issues.

The successful realization of new business models as the base for the increase of brand value is achieved through the development of differentiating functions. This leaves a significant number of non-differentiating functions along the entire value chain that can be created collectively. This common approach, based on a unified middleware platform concept, can be realized in an industry cooperation, assuming short time-to-market and absolute regulatory compliance.

For this approach, experiences from current developments, AUTOSAR or established operating systems can be brought in. Additionally, the use of the most up to date computer science approaches, including the associated skillsets, tools, and processes will speed up the development of a modern and integrated platform approach.

We assume that it is desirable to hold a discussion involving OEM’s, suppliers, software companies and universities that clarifies in which form an “Automotive Software Interfaces and Middleware Initiative” could be organized to be the key to effective architectures in the near future.

The interest of the market is overwhelming and makes us confident that this initiative could strongly support the necessary innovation speed, open competition, and the economic success of the automotive industry also after 2023.

For further information and inquiries about participation please contact contact@asimi.eu.

5 Antworten

  1. Uwe Michael sagt:

    Ich setze darauf, dass diese Initiative dabei hilft die Zukunftsfähigkeit der Automobilindustrie sicher zu stellen.

  2. Gabriel Seiberth sagt:

    Sehr spannend und goldrichtig! Kann also keiner sagen, man habe es nicht gewusst. Hoffentlich gibt sich die Industrie nochmal einen Ruck, wie vor 15 Jahren, wobei der Ansatz diesmal ein anderer sein muss: nicht mühsame Kompromisse in allen Details, sondern Verständigunga auf die große Linie, also Semantik und Schnittstellen, wie das Mission Statement richtig sagt! In diesem Sinne: viel Erfolg bei der Mission. Sie ist notwendig!

  3. Elmar Frickenstein sagt:

    Die Tech-Industrie mit Tesla, Uber, Amazon mit Zoox und jetzt auch wieder Apple haben sich auf den Weg gemacht, um das Autofahren neu zu denken und neu zu entwickeln – getrieben aus der Welt der Software – das ist das, was sie wirklich gut können. Der Kundennutzen steht dabei im Vordergrund. Die Automobilindustrie liefert ihr notwendige Knowhow um das Auto zu komplettieren.

    Was heißt das, im Umkehrschluss für die Middleware?

  4. Was heißt das, im Umkehrschluss für die Middleware?

    It is clear to me that the Middleware is the most important part. It is the fundament that all the new features will be built upon and the company with the most stable (quality, flexibility) and most used (install base and developers) Middleware will have an enormous benefit in cost, time and quality when launching new features.

    Real software platforms (iOS, Android, Windows, AUTOSAR, etc) are developed with a limited knowledge of the applications that will use them. That creates a different approach to development compared to the “automotive” top down approach, it is much more a bottom up approach focussing on getting the best out the hardware platform provided for as many applications as possible. One example, when we started developing AUTOSAR there was no such thing as autonomous drive and today AUTOSAR provides the heart of the safety and time critical functions for most autonomous systems.

    ASIMI is a great initiative and the automotive industry needs it.

  5. Ich habe in meinem Projekt & meiner Zeit bei einem deutschen OEM erlebt, dass das klassische AUTOSAR auch nach 12 Jahren noch nicht in jedem Fachbereich in der notwendigen Tiefe so angenommen wird, wie es nötig wäre, um seine gesamte Wertschöpfung im Unternehmen zu entfalten. Es ginge viel mehr. Trotz guter Tools und dem Angebot an Cloud-Computing ist die Autosoftwareproduktion oft eher Kunsthandwerk als Industrielle Wertschöpfung im 21 Jahrhundert wie wir sie in der IoT und Web-Technology erleben (DevOps, Virtualisierungssoftware, Container, Streamingtechnologie,…). Die Hürden sind organisatorischer Art (z.B. Organisation der Gruppen nach Aktivitäten nicht Cross-funktional nach Kundenfunktionen, zentrale Entscheidungenskompetenz bei den Linien-Managern) und kulturell bedingt (Machterhalt, Sicherung von Headcount ist wichtiger als Lean Enterprise), was eine wirkliche Motivation zum Erlernen notwendiger IT-Fähigkeiten in der Bestands-Workforce des OEMs nicht entstehen läßt. Das Mindset muß sich ändern, Lernfähigkeit & Kommunikationskills & Fähigkeit zur Veränderung müssen im OEM gefördert werden anstelle der Verantwortungsdiffusion in der Softwareentwicklung hin zum Lieferanten & des Verteidigen des eigenen Machtbereiches; der Rest folgt. Das wurde schon 1990 geschrieben (James P. Womack:
    The Machine That Changed the World: The Story of Lean Production) & leider nur auf die Produktion übertragen, die Entwicklung hängt im Taylorrismus fest.

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